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<title>Halloren</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Halloren</span></h1>
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<p>Als <b>Halloren</b> werden seit dem Spätmittelalter die Salinenarbeiter in <a href="Halle_(Saale)" title="Halle (Saale)">Halle (Saale)</a> bezeichnet. Heute wird der neuzeitliche Begriff <i>Hallore</i> hauptsächlich für die Mitglieder der <a href="Salzwirker-Br%C3%BCderschaft_im_Thale_zu_Halle" title="Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle">Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle</a> verwendet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Die Salzwirker „verkochten“ die <a href="Sole" title="Sole">Sole</a> in Herdpfannen zu <a href="Speisesalz" title="Speisesalz">Salz</a>. Ihre Fachkenntnisse sicherten ihnen eine angesehene Stellung und nach und nach einträgliche Privilegien, wie den Vogel- und Fischfang sowie den Verkauf von <a href="Solei" title="Solei">Soleiern</a> und Räucherwaren. 1524 schlossen sie sich zu einer noch heute bestehenden Bruderschaft zusammen. Die Mitglieder haben (oder hatten) eigentümliche Bräuche und verwendeten die Reste eines untergegangenen Dialekts. Die Anzahl der Halloren war so bedeutend, dass sie 1545 über 600 bewaffnete Männer hatten stellen können. Sie waren bei der Verteidigung der Stadt mit dem Dienst an deren Geschützen betraut. In früheren Zeiten hielt man eine strenge <a href="Kaste" title="Kaste">kastenartige</a> Abgeschlossenheit gegenüber der übrigen Bevölkerung der Stadt aufrecht.
</p><p>Auf dem Gelände des heutigen Technischen Halloren- und Salinemuseums wurde zwischen 1719 und 1721 die Königlich-Preußische Saline errichtet, von der heute noch einige Gebäude vorhanden sind. Die um 1930 errichteten Erweiterungsbauten sind ebenfalls erhalten. Dort wurde bis 1964 das Salz gewonnen und 1967 das Museum eröffnet.<sup id="cite_ref-pantenius1995_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-pantenius1995-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-hallische-museen_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-hallische-museen-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Die Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle wurde im Dezember 2014 in das <a href="Bundesweites_Verzeichnis_des_immateriellen_Kulturerbes" title="Bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes">Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes</a> im Sinne des <a href="%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_Immateriellen_Kulturerbes" class="mw-redirect" title="Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes">Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes</a> der <a href="UNESCO" title="UNESCO">UNESCO</a> aufgenommen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Berufszweige">Berufszweige</h2></div>

<p>Nach ihrer Beschäftigung bilden sich die Halloren in drei Gruppen:
</p>
<ul><li>die Bornknechte,</li>
<li>die Wirker,</li>
<li>die Läder mit den Stopfern.</li></ul>
<p>Die Bornknechte zogen das Salzwasser, die <a href="Sole" title="Sole">Sole</a>, aus dem Brunnen und trugen es in die Siedehäuser, wofür sie ihren Lohn nicht in Geld, sondern in Sole erhielten, die unter dem Namen <i>Gerente</i> auf ihre Rechnung versotten wurde. Sie bildeten eine besondere <a href="Innung" title="Innung">Innung</a> mit eigener Kasse und eigenen Ordnungen, brauchten aber nicht Halloren von Geburt zu sein.
</p><p>Unter die Läder und Wirker dagegen durften nur solche Männer ehelicher Geburt aufgenommen werden, deren Eltern bereits beiderseits zu den Halloren gehörten. Diese beiden Klassen hatten gleiche Rechte und gleiche Vorrechte. Zu den Wirkern gehörten
</p>
<ul><li>die Sogger (Sieder),</li>
<li>die Salzträger,</li>
<li>die Gruder (Heizer) und</li>
<li>die bei der Salzbereitung beschäftigten Knechte.</li></ul>
<p>Zu den Lädern, die das Verladen des Salzes besorgten, zählten auch die Stopfer, die die Wagen instand zu setzen und das Salz vor Nässe zu schützen hatten.
</p><p>Als die eigentlichen Meister galten die „Sieder bei der Pfanne“, die (während des 18. Jahrhunderts) für die <a href="Pf%C3%A4nner" class="mw-redirect" title="Pfänner">Pfänner</a> alles Nötige besorgten, verauslagten und wöchentlich mit diesen abrechneten. Seit der Einführung der <a href="Dampfmaschine" title="Dampfmaschine">Dampfkraft</a> sind die Läder und die Gerentner gänzlich eingegangen. Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiteten noch etwa 100 Halloren in der <a href="Saline" title="Saline">Saline</a>, die übrigen hatten sich anderen Berufen zugewandt. Von ihren Privilegien hatten sich einige bis in diese Zeit erhalten, z.&nbsp;B. am Neujahrsempfang den Landesherrn begrüßen zu dürfen, wobei sie ihm und seiner Familie Schlackwürste, hallorisches Salz und Soleier zum Geschenk brachten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Museum">Museum</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Halloren-_und_Salinemuseum" title="Halloren- und Salinemuseum">Halloren- und Salinemuseum</a></i></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hallenser_und_Halloren">Hallenser und Halloren</h2></div>
<p>Umgangssprachlich werden auch Einwohner der Stadt Halle (Saale), deren Familien schon über mehrere Generationen dort ansässig sind, Halloren genannt.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Halle_(Saale)#Hallenser.2C_Halloren_und_Hallunken" title="Halle (Saale)">Abschnitt „Halloren und Hallunken“ im Artikel Halle (Saale)</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hallorenkugeln">Hallorenkugeln</h2></div>
<p>Die „Hallorenkugeln“ der <a href="Halloren_Schokoladenfabrik" title="Halloren Schokoladenfabrik">Halloren Schokoladenfabrik</a>, ein Schokoladenkonfekt, sollen die silbernen Knöpfe an der Zunftkleidung der Halloren darstellen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Hans_Bethge" class="mw-disambig" title="Hans Bethge">Hans Bethge</a>: <cite style="font-style:italic">Das Pfingstbier der Halloren</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Die_Gartenlaube" title="Die Gartenlaube">Die Gartenlaube</a></cite>. Heft 14, 1899, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>437–438</span> (<a href="https://de.wikisource.org/wiki/de:Das_Pfingstbier_der_Halloren" class="extiw external" title="s:de:Das Pfingstbier der Halloren">Volltext</a> [<a href="Wikisource" title="Wikisource">Wikisource</a>]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Halloren&amp;rft.atitle=Das+Pfingstbier+der+Halloren&amp;rft.au=Hans+Bethge&amp;rft.date=1899&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=Heft+14&amp;rft.jtitle=Die+Gartenlaube&amp;rft.pages=437-438" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li><a href="Franz_B%C3%BCttner_Pf%C3%A4nner_zu_Thal" title="Franz Büttner Pfänner zu Thal">Franz Büttner Pfänner zu Thal</a>: <i>Sagen und Märchen der Halloren</i>, 3. Auflage. Leipzig 1889; Nachdruck Fliegenkopf Verlag, Halle 1992.</li>
<li><a href="Johann_Christoph_von_Dreyhaupt" title="Johann Christoph von Dreyhaupt">Johann Christoph von Dreyhaupt</a>: <i>Beschreibung des Saalkreises</i>. Emanuel Schneider, Halle 1749/1750 (2 Bände). − Der zweite Band enthält einen aktualisierten und erweiterten Nachdruck des Buches von Friedrich Hondorff.</li>
<li><a href="Friedrich_Hondorff" title="Friedrich Hondorff">Friedrich Hondorff</a>: <i>Das Saltz-Werck zu Halle in Sachsen</i>, Leipzig 1670.</li>
<li>Christine Just et al.: <i>Der Brüderschaft verehret. Die Silberbecher und Pokale der Halloren</i>, hrsg. von der Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle, Halle 2014.</li>
<li><a href="Christian_Keferstein" title="Christian Keferstein">Christian Keferstein</a>: <i>Über die Halloren</i>, Halle 1843.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Halloren?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Halloren</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Hallore" class="extiw external" title="wikt:Hallore">Wiktionary: Hallore</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Halloren" class="extiw external" title="wikt:Halloren">Wiktionary: Halloren</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.halloren.com/">halloren.com</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-pantenius1995-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-pantenius1995_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Pantenius: <i>Stadtführer Halle</i>. 1. Auflage. Gondrom, Bindlach 1995, ISBN 3-8112-0816-0.</span>
</li>
<li id="cite_note-hallische-museen-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-hallische-museen_2-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Stadt Halle (Saale) (Hrsg.): <i>Halloren- und Salinemuseum</i>. In: <i>Hallische Museen</i>. URL: <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20080824112706/http://www.hallische-museen.de/hsm/info.htm">Archivlink</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 24. August 2008 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) (abgerufen am 13. September 2008)</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kmk.org/presse-und-aktuelles/meldung/27-kulturformen-ins-deutsche-verzeichnis-des-immateriellen-kulturerbes-aufgenommen.html">Pressemitteilung der Kultusministerkonferenz</a></span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">51.482385</span><span class="longitude">11.959603</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:51.482385,11.959603"><span title="Breitengrad">51°&nbsp;28′&nbsp;56,6″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">11°&nbsp;57′&nbsp;34,6″&nbsp;<abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-08-07" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Halloren&amp;oldid=258672024">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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